Der sehr späte Blog

Sorry liebe Leser, jeden Tag wollte ich schreiben, aber ich habe hier so viel Spass und Action, dass der Blog total unterging. Je länger ich wartete, umso schlimmer wurde es. Um etwas Zeit zu sparen (und Akku) fasse ich die letzten drei Wochen zusammen. Es wird schwer, denn es passierte so viel.

Letztes mal trennte ich mich von Poofy und Squeky, was mich schwerer traf als erwartet. Zusammen mit Buck liess ich jeden Tag viele Meilen hinter mir. Aber etwas fehlte. Buck ist ein super Typ und ich vertraue ihm vollends. Wir sind auch jetzt immer mal wieder in Kontakt miteinander und ich würde ihn gerne wieder an unserer Seite haben. Es ist schön zu wissen, dass er mit anderen Freunden wandert und nicht alleine ist. Wir gingen verschiedene Wege, als ich mir einen Zerotag gönnte um meine Gedanken zu sortieren. Anfangs machte ich mir selbst eine Regel, nicht mit langsameren oder schnelleren Leuten zu wandern. Schneller dafür ernster ans Ziel zu gelangen. Oder lieber lachend und dafür etwas später. Die zweite Option sollte es sein. Squiky und Poofy! Auch sie vermissten mich schmerzlichst und übersprangen wegen mir die Strecke zwischen Rangeley und Andover. Endlich wieder zusammen und so soll es bitte auch bleiben. 


Über Berggipfel und durch Schluchten kamen wir einer der schwierigsten Sektionen immer Näher. Der Pfad war schon die ganze Zeit hart zu uns. Oft war ein Gipfel nur durch klettern und kraxeln erreichbar, nur um nachher genauso wieder herunterzukommen. Der Mahoosuc Notch war aber eine ganz andere Kategorie. Knappe 1,8km durch eine Schlucht welche mit riesigen Felsbrocken gefüllt ist. Schon der Weg dahin war schwer und in der Schlucht durften wir über unter und zwischen diesen zu gross geratenen Kieselsteinen steigen. Diese Etappe gefiel mir besonders, hier war Geschick gefragt.


Wir kamen den White Mountains immer näher. Diese Berggipfel sind beliebte Wanderziele und unter ihnen befinden sich auch die Presedentials. Berggipfel welche nach den vergangen Präsidenten benannt wurden. Squiky schwärmte schon seit Anfang an davon. Je näher wir diesem Bergmassiv kamen, um so schlimmer wurden aber seine Hüftbeschwerden. Nach zwei kleineren Gipfeln in den Whites musste er sich geschlagen geben. In seinem Gesicht zeichnete sich der ganze Schmerz und Trauer ab. Er wartete im Hostel auf Poofy und mich. Wir Slackpacken zum Mount Washington. Lassen alles ausser Essen und Trinken im Hostel und bewältigen so die Strecke und kommen dann wieder zum Hostel zurück. Oh ja, es war ein harter und wunderschöner Tag. Der Pfad war teilweise gar nicht vorhanden, man sah nur die Markierung in 20m Entfernung und lief in diese Richtung. Wobei hopsen die bessere Bezeichnung für unsere Fortbewegungsart ist. Steine Steine Steine


Mount Madison, unser erster Gipfel war atemberaubend. Das schönste Wetter und ca 150km Sicht. So macht das Wandern Spass. Ein Franzose trübte unsere Laune ein bisschen. Zu spät, wir würden es niemals bis zum Abend auf den Mount Washington schaffen. Auch in einer Berghütte hörten wir das Gleiche. Poofy kriegte es mit der Angst zu tun. Wir sind in Topform und man darf uns nicht mit Tagesausflüglern vergleichen. Schon lange rasen wir an denen nur so vorbei. ​

Und so war es auch, wir erreichten unser Ziel am Abend. 

Squiky verlässt uns. Es war ein harter Abschied und ich hatte so meine Mühe die Stimmung aufrecht zu erhalten. Er wolle zwar schnell wieder zurück kommen, Abschiede Schmerzen trotzdem. So reisen Poofy und ich weiter über die Gipfel. Immer wieder treffen wir auf altbekannte Gesichter und es wird gequasselt.


Poofy ist wieder happy, ihr Lebengefährte schnappte sich zu Hause nur ein paar wichtige Sachen und seine 15 Jährige Tochter. Diese hat gerade Sommerferien und ist froh, was zu unternehmen. Oh wie wenig sie doch weiss. Squiky fährt mit seinem Truck zu uns und wir zeigen Mamie (so heisst das kleine Kücken) was es heisst den AT zu wandern. 



Für uns war es ein 14km langer Spaziergang über einen Hügel. Für Mamie war es eine Tortur. Noch jetzt ziehen sich meine Mundwinkel nach oben, wenn ich daran denke, wie sich dieses kleine Mädel Abends am Geländer die Treppe hochzog um ins Restaurant zu gelangen. Motiviert ist sie und bei ihrem Alter gewöhnt man sich schnell daran und ihr Körper wird schneller fit. Ihr Papa fährt uns hinterher und immer wenn sich unsere Wege kreuzen, bekommen wir kühle Getränke. 

Mamie früh morgens

Wir sind aus den Bergen! Über 400Meilen. Wir haben 80% der schwierigsten Strecken vom ganzen Trail gemeistert. Mamie ist nicht immer bei uns, lange und schwere Strecken lässt sie noch bleiben, dafür gehört Rare nun fest zu uns. Super Mädel und immer an ihrer Seite ist Luna, ihre treue Hündin.
Rare arbeitet für ihr Bett in Hanover

So sieht der Pfad aus und es gibt nur noch hin und wieder ein Berg. Wunderschön. 


Als ich mal Mamie half muss ich mir eine Zerrung zugezogen haben, genannt Shin Splint. Heute wird geruht und das Bein hochgelagert und getapt. Und ja, mein Bein habe ich rasiert wegen dem Tape. Ich kann euch aber versichern, dass ich es so männlich wie möglich gemacht habe: mit dem Rasiermesser im Bach.


Wir wandern weiter und ich werde jetzt wieder fleissiger schreiben. Im Anschluss noch ein paar weitere Bilder zum Schmunzeln und geniessen.

Goodbyes and hellos

Tag 16

Der Wetterbericht für heute: Regen

Der erste Tag an dem wir uns an einen Termin halten. Gleich ausserhalb der Stadt gab es einen breiten Fluss und die Fährmann arbeitet nur von 9-11 Uhr. Es ist ein kostenloser Service des ATvereins. Immer zwei Personen gleichzeitig bringt er über den Fluss. Eine wacklige und nasse Angelegenheit in dem Kanu. Glücklicherweise ist keiner gekentert. 



Mein Regenschirm hielt was er versprach. Die Schuhe waren zwar trotzdem nass und die Kleidung wurde mit der Zeit klamm, aber im Grossen und Ganzen war ich zufrieden. Wenn es wie aus Eimern giesst, hilft alles nichts. Entweder man wird nass vom Regen oder vom Schweiss. Bisher hatten wir riesiges Glück mit dem Regen, nur einmal hatte es kurz geregnet, das ist schon fast Dürre im Staate Maine. Squeegi kämpfte sich mit seiner ständig anlaufenden Brille ab und bei Poofey waren es Magenkrämpfe. So entschlossen Buc, ich, Squeegi und Poofey, einen Nearo einzulegen. Nur ganz wenig zu laufen. 6.5km bis zum ersten Shelter. Dort angekommen suchten auch schon andere Unterschlupf. Scout, der ältere Herr den wir von Monson her kannten, beschrieb uns als nasse Mäuse, welche sich versuchen im Shelter zu trocknen. 


Die meisten zogen gegen Nachmittag weiter, so dass wir den Shelter für uns hatten. Er lag an einem wunderschönen See und bei gutem Wetter wäre er bestimmt einer meiner Favoriten geworden. Der Regen wich gegen Abend einem leichten Nieseln. Mir war langweilig und so stellte ich mir selber eine Herausforderung. Feuer machen! Irgendwie glaubte ich nicht wirklich daran, es zu schaffen, aber es war eine Beschäftigung. Nach ca einer Stunde hatte ich es tatsächlich geschafft aus triefend nassem Holz ein Feuer zu entfachen und es brannte bis spät Abends. 

Im am the fucking god of fire!! Voller Stolz. Meine nächste selbst auferlegte Aufgabe war es, die Eichhörnchen zu verscheuchen. Ganze sechs Stück waren unter dem Shelter am rumtoben und hatten dort eine wilde Orgie. Poofey meinte nur, wenn ich eines erwische und töte, dann koche sie es. Und das könnt ihr mir glauben, sie würde es tun. Eichhörnchen sind hier eine Plage. Von Wanderern angefüttert vermehren sie sich und Fressen sich in der Nacht durch deinen Rucksack.
Tag 17

Der Morgen war mystisch. Statt denn See, sahen wir nur eine weisse Wand zwischen den Bäumen. Der Nebel verschwand leider, bevor ich ein Foto davon machen konnte. Gestern wurde gefaulenzt, heute wird gewandert! 28.5km bis zum übernächsten Shelter. Die ersten 16km waren super, schöner Pfad und fast keine Steigung. Als wir durch ein Sumpfgebiet liefen, waren die Mücken fast unerträglich. Normalerweise können wir unbesorgt laufen und die Biester kommen erst, wenn wir stehen bleiben. Aber diese Mutantenmücken waren furchtbar.


 Dank des flachen Geländes konnten wir auch das Tempo erhöhen und waren nach wenigen Stunden schon im Shelter um unser Mitagessen zu geniessen. Einzig Poofey und Squeegi fehlten. Langsam machte ich mir Sorgen. Gute zwei Stunden später trafen sie dann zum Glück ein, also nahm ich den zweiten Teil der Strecke in Angriff. Irgend ein Wanderer hatte wohl zu viel mitgeschleppt und sich des Übergewichtes unterwegs entledigt. Ich entdeckte eine Hängematte, Kochgeschirr und mehr. Idioten!

War ein sehr schöner Tag aber endlich kam ich am Shelter an. Neben dem Shelter war ein Bach in dem ich ein Bad nahm. Eiskalt aber so erfrischend. 


Nach Stunden immer noch kein Zeichen von Poofey und Squeegi. Voller Sorgen und Unbehagen ging ich zu Bette. Hätte man doch bloss Handyempfang. 

Tag 18

Niedergeschlagen startete ich den Morgen. Um 9:00 Uhr endlich ein bisschen Handyempfang und eine Nachricht von den verlorenen Schäfchen. Squeegi verbrannte sich den Fuss mit kochendem Wasser und Poofey hatte die Füsse voller Blasen wegen den nassen Schuhen. Sie müssen pausieren. Kräfte sammeln, aufraffen und los, Mount Bigalow wartet auf mich. Ein schwerer und steiler Aufstieg und dazu eine Strecke von 24.5km. Während dem Aufstieg gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Schweissgebadet kam ich oben an und war überwältigt. Genau was ich brauchte, ein frischer Wind und das Wissen, dass das schwerste Stück vom Tag hinter mir liegt. Der Gipfel liegt zwar im Nebel, ist aber trotzdem wunderschön. Powerriegel essen, kurz rasten und geniessen. Hin und wieder riss der Wind ein Loch in den Nebel und offenbarte eine wunderschöne Aussicht.


Mittlerweile hatte ich Beast überholt. Ich hatte meine Motivation wieder gefunden und die Kilometer wurden wieder einfacher.

An einem weiteren Shelter machte ich kurz Rast, fühlte mich super, so entschloss ich, weiter zu wandern. Ohne Beast, er war müde und wollte keinen Schritt mehr gehen. Läppische 7km den Berg runter dann bin ich wieder in einer Stadt. Keine zwei Minuten musste ich an der Strasse warten und schon nahm mich ein freundlicher Fahrer mit. Vor dem Hostel die fröhliche Wiedervereinigung. Poofey und Squeegi waren da und begrüssten mich herzlichst. Beinahe verlor ich ein paar Freudentränen. Meine Freunde und Tramily!!! So beendet man den Tag gerne. Mit super Menschen, Essen und einem Bett!

Tag 19

Faulenzen, Essen, trinken und geniessen, mehr nicht.


Wir werden sogar nach Rangley gefahren, damit wir Essen kaufen konnten. Es fühlte sich aber komisch an. Wir sollten noch nicht hier sein, wir haben noch nicht genug Meilen für diese Stadt. Im Hostel ist mittlerweile auch Beast eingetroffen. Geniessen!!

Tag 20

Eigentlich sollte unsere Truppe nun wieder vereint sein, doch das Schicksal hält eine Überraschung für mich bereit. Beast will sich noch einen Tag länger erholen und auch Squeegi und Poofey brauchen noch mehr Zeit. Sie entschlossen dies erst 5min vor dem Aufbrechen. Wir verabschiedeten uns und ich sass im Auto als mich der Hammer traf. Wahrscheinlich werde ich sie für eine Weile nicht mehr sehen. Der Tag würde kommen, das wusste ich, trotzdem war ich den Tränen nahe. Seit Tag eins waren wir zusammen und teilten alles. Nur noch Buc und ich, ein kleiner Teil von unserer Tramily!

Life goes on. 

21km über 2 Gipfel. Zum Glück begleitete uns noch eine Mutter mit 3 hübschen vor Lebensfreude protzenden Töchter. Gnome, eine der Töchter wollte auch nach Georgia und der Rest ihrer Familie begleitet sie ca für ein Monat. 


Das wandern fiel mir leicht, mittlerweile bin ich viel fitter als am Anfang. Problemlos erreichten wir das heutige Ziel. Über 200 Meilen liegen schon hinter uns!!


Tag 21

Der gestrige Tag hatte auch was Gutes an sich. Buc und ich sind etwa gleich fit und so können wir weiter pro Tag wandern. Saddleback Mountain erwartet uns und evt einige nackte Wanderer. Schliesslich ist heute Nacktwandertag. Auf dem ersten Gipfel ziehen auch wir blank und so entstand dieses Foto.


Eisiger Wind verhinderte aber, dass wir weiter nackig wanderten. Man musste sich richtig gegen den Wind stemmen. Die Strecke heute war  27km lang und eine der schönsten, wenn auch sehr anstrengend. Bei einem der Aufstiege regnete es und ausser den Regenschutz für den Rucksack hatten wir nichts, zu faul für weitere Sachen anzuziehen oder für meinen Regenschirm. Super, der Regen kühlte uns während dem Aufstieg und die Kleider trocknen schnell.


Das 360Grad Panorama pushte mich auf Höchstform. Rund herum nur Wälder. 


Oh ja, ich hatte meinen Abschied verkraftet, auch wenn ich gerne alle nochmals knuddeln möchte und nach der Wanderung ein letztes mal sehen will.

Zeroday in Monson und weiter

Wir alle genossen unser freien Tag in Monson. Der erste Abend war pure Magie. Das Essen im Restaurant schmeckte unfassbar gut. Endlich wieder mal richtiges Essen. Ich hatte 2 Corona Bier und noch nie genoss ich ein Bier so wie diese zwei. Während wir auf das Essen warten mussten, sprangen wir noch schnell in den See um eine Runde Blödsinn zu treiben. Aus dem Wasser direkt an den Esstisch, was wünscht man sich mehr. 


Zurück in unserem Hostel wurde noch bis tief in die Nacht gefeiert. Da viele Instrumente rumstanden, schnappte ich mir das Didgeridoo und gab mein Bestes damit. Es ist ein einfaches Instrument der Aborigines. Ein von Termiten ausgehöhlter Eucalyptusstamm in welchen man reinpustet und wundersame Töne hervorbringt. Auch meine Maultrommel faszinierte alle. 


Tag 12

Morgens gab es leckeres Frühstück. 


Pfannkuchen, Kartoffeln, Eier und Speck. Alles triefend vor Fett natürlich.


Danach habe ich meine Ausrüstung kontrolliert und ausgemistet. Meine schöne Kamera und paar andere Kleinigkeiten schickte ich zurück in die Schweiz. Die Kamera wurde einfach zu wenig gebraucht und jedes Gramm zählt wenn man es immer mitschleppen muss. Am nötigsten hatte es Rapunzel. Sieben Kilogramm wurden ihr abgenommen, Anderes ersetzt. Der Besitzer von dem Hostel hatte ihr viel geholfen und aus dem hauseigenen Shop Sachen verkauft. 

Jetzt begann der Spass wieder. Alle zusammen gingen im See baden. Nur sein und rumalbern. Essen gehen, Süssigkeiten essen und Bier trinken. Neue Wanderer treffen ständig ein und so treffen wir auch immer wieder auf alte Bekannte. Man begrüsst sich, als ob man sich schon ewig kennen würde. Mitternachts wollte ich eigentlich ins Bett, da traf Scout ein. Ein älterer Herr, der schon zum dritten mal den AT durchwandert. Er schnappte sich die Gitarre und wir lauschten seinen Liedern. Poufey sang dabei und ich war überrascht wie schön ihre Stimme ist. 


Tag 13

Morgens gab es wieder Frühstück und dann begann das lange warten. Squeegi hatte eine Schiene für sein Fussgelenk bestellt und diese sollte bis zum Mittag eintreffen. Um 13:30 beschlossen wir, ohne diese weiter zu wandern. Der Besitzer vom Hostel bot an, sie am nächsten Tag zu bringen. Der Weg kreuzte eine Waldstrasse, der ideale Übergabepunkt. 

Rapunzel bleibt im Hostel, ein Zeh am Fuss entzündete sich und sie geht erst zum Doktor damit.

Die ersten Kilometer auf dem Trail waren merkwürdig. War das alles echt? Waren wir wirklich im Hostel oder war das alles nur ein Traum? Es muss wahr gewesen sein, denn unsere Bäuche waren immer noch voll. Da wir so spät starteten schafften wir nur 16km. Der Weg war fast eben und herrlich zum gehen. Immer einem Fluss entlang. Mir wurde gezeigt was Poison Ivy ist. Ein giftiges Gewächs. Vor allem für Frauen gefährlich wenn sie sich erleichtern wollen. Es löst heftigen Juckreiz aus. Vor dem Zeug werde ich mich in Acht nehmen. 

Horseshoe valley hiess der Shelter in dem wir übernachteten. Dort trafen wir auf Shaman. Er hat sein Ziel schon fast erreicht, denn er startete in Georgia.  Es gibt ein Spiel auf dem Trail, Obdachloser, oder Wanderer. Wer ist was. Shaman wäre ohne sein riesiger Rucksack ganz klar das Erstere. Cooler Typ.


Tag 14

Das Ziel für heute: 21km über den Moxie bald Mountain. Wie immer starten wir erst langsam, die Muskeln und Gelenke müssen erstmal wieder warm werden. Bis um 9:00 Uhr müssen wir 7.5km weit kommen, denn dort treffen wir jemand, welcher uns die Fussstütze bringt. Eine gar nicht so einfache logistische Aufgabe. Nach ein bisschen hin und her, klappte alles. Squeegi ist happy und kann nun endlich wieder flotter gehen, ganz ohne Schmerzen. Der Aufstieg war eine echte Überraschung für mich. Er war zwar streng und brachte mich sehr ins Schwitzen, trotzdem fühlte ich mich super als ich oben ankam.  Die obere Hälfte des Aufstiegs gefiel mir besonders. Vielerorts ging man direkt auf dem Felsen und es wehte ein kühles Lüftchen.


Der Gipfel wurde sofort von mir in Besitz genommen. Für was habe ich denn sonst meine schweizer Flagge dabei. 



Der Abstieg war steil. Wie wir später erfuhren, stürzte Buc ziemlich heftig auf dieser Strecke. Er wartet in der nächsten Stadt auf uns und erholt sich davon. Der Berg bietet aber auch eine andere Sehenswürdigkeit. Es ist eine Art überhängendes Steindach. 

Gleich nach dem Abstieg erwartete uns schon der Shelter. Wie fast jeden Abend, habe ich noch jede Menge Energie übrig. Feuer machen, Wasser holen und sonst irgendwie kreativ wirken. Wunderschöner Tag gewesen und Abends am Feuer hatte ich und Poufey ein tolles tiefsinniges Gespräch. Natürlich werde ich hier nix davon verraten, nur eines: Das Mädel hat meinen Respekt und Hochachtung.

Tag 15

Unsere nächste Stadt wird Karatunc sein. Wobei es eher eine Strasse mit paar Häuschen ist. Nur 21km und wir können uns im Pool entspannen und Milkshakes trinken. Speziell die Milkshakes wurden immer wieder erwähnt. „Get a Milkshake“. Wie könnte es anders sein, zwischen Stadt und uns stand ein Berg, wäre ja sonst zu einfach gewesen. Die ersten Stunden laufen wir auf Laub und es ist richtig entspannend, mal nicht von Wurzel zu Wurzel hüpfen zu müssen. 

Ich merke schnell, heute bin ich nicht in Topform und bin richtig froh endlich den Gipfel erreicht zu haben. 

Beim Lunch besucht uns noch ein Chipmunk. Streifenhörnchen. Sie sind süss, werden aber schnell lästig. Also am besten gleich verscheuchen.

Karatunc ist erreicht und wir sitzen alle vor dem Haus und schlürfen genüsslich unsere Milkshakes. Sie waren köstlich. Buc hat ein Zimmer gemietet und so zwängen wir uns zu fünft da rein. Abendessen war lecker, so auch das Bier. Es wird in der hauseigenen Brauerei gebraut. Der Pool war ein bisschen zu voll. Vor allem mit 16-17jährigen Studentinnen. Gefährlich. Ausgehungerte Hiker und halbnackte Mädels. Poufey passt aber auf ihre Pappenheimer auf, es soll ja niemand ins Gefängnis kommen. Ab ins Bett.

Mount Kathadin

Nach einer erholsamem Nacht in der AT lodge wurden ich zusammen mit acht weiteren Hikern in den Baxter State Park gefahren. Die meiste Zeit von der einstündigen Fahrt, gab uns unser Fahrer Ole Man Tips. Wie zB, es gibt hier auch Stachelschweine und die lieben unsere Schuhe, deshalb müssen sie immer in Sicherheit gebracht werden, da man sonst Barfuss weiter gehen darf. Am Camping wurden wir schon freundlichst von den Rangern und von vielen fliegenden Blutsaugern begrüsst. Registration ausgefüllt und schon ging es los. Mit einem kleinen Rucksack, Wasser, Regenschirm und Snacks beladen ging ich Richtung Mount Kathadin. 1300m auf ca 6km hiess es zu bewältigen. Zum Glück zeigte sich das Wetter von der schönen Seite, 20Grad und immer mal wieder Sonnenschein. Der Aufstieg war wunderschön, aber das Härteste was ich bisher erlebt hab. 


Kathadin is a Bitch. Das konnte jeder bestätigen. Schon vor der Baumgrenze mussten wir über 1m hohe Felsen klettern entlang einem schmalen Weg, welcher zugleich auch ein Bächlein war. Nach der Baumgrenze kam ein Stück bei dem Klettern Pflicht war. Auf allen vieren kamen wir oben an, nur um zu erfahren, dass das erst ein Vorgeschmack für den echten Aufstieg war. Kein klarer Weg ersichtlich, nur hin und wieder eine Markierung. 200m fast senkrecht hoch. Ich war nur froh, dass ich gut klettern kann. Ausser Atem kam ich endlich oben an. Weiter gehts über ein Hochplateau. 


Dort traf ich auf Anna und ihren Mann. Mit ihnen hätte ich ursprünglich meine Reise antreten sollen. Beide waren mir auf Anhieb sympathisch. Sie kamen aus Kentucky und hatten letzte Nacht eine 36 stündige Busfahrt hinter sich. Angesicht dessen, dass wir endlich loswandern durften, war bei allen der vergangene Ärger verflogen. Auf dem Plateau gab es viele viele Felsbrocken und dank dem Moos, schimmerten sie alle ganz surreal in grün. Das verleihte dem Ganzen ein fast mystisches Erscheinen. Nicht mehr weit, gleich da.

We made it!!!! Wir haben den Gipfel erreicht.


Voller Stolz lassen wir uns alle an der Tafel fotografieren. Appalachian Trail  Springer Mountain Georgia 2189 Miles. Von hier sind es 3522 km bis zum anderen Ende des AT. Die Aussicht ist eine Wucht! Nur Natur so weit das Auge reicht. Vier Stunden dauerte der Aufstieg. Nach einer längeren Pause nahm ich den Abstieg in Angriff. Ich war froh als ich die Baumgrenze erreichte, denn ein Unwetter kündigte sich an. Es liess auch nicht lange auf sich warten und begann erst mit reichlich Regen und bombadierte uns dann mit 1cm grossen Hagelkörnern. Zum Glück hatte ich meinen Regenschirm dabei. Das Ding war der Hammer. Relativ trocken und geschützt vor dem Hagel konnte ich den Abstieg auf dem glitschigen Pfad fortführen. Nach 2 1/2 Stunden war ich froh den Zeltplatz zu sehen. Jetzt hiess es Wunden lecken. Ausser einer kleinen Schürfwunde war ich unversehrt. Langsam trudelt auch der Rest der Hiker ein. Alle mit lachenden Gesichtern und happy, dass Mount Kathadin hinter ihnen liegt.

Ein toller Abend beginnt. Wir alle versammeln uns am Bach, lernen uns kennen und tauschen Geschichten aus. 


Da ich mit sowas gerechnet hatte, nahm ich extra Schokolade mit. Andere brachten Tequilla und Snacks. Wanderer spannen zusammen, das merkt man schnell. An dem Abend lernte ich Anna und ihren Mann noch besser kennen und schloss sie schon ins Herz. Zelt steht, wünsche gute Nacht.

Tag 2

In den frühen Morgenstunden traf ich noch letzte Vorbereitungen wie Zelt abbauen und Gewicht im Rucksack richtig verteilen. Schweres sollte eher unten und nah am Rücken getragen werden. Während ich noch mein Müsli genossen habe, brach Anna schon auf. Eine Stunde später heftete ich mich an ihre Fersen. Der Wanderweg erinnerte stark an Finnland. Viel Moos, Birken und kleine Sträucher umgeben den Pfad. Hin und wieder lagen riesige Felsblöcke herum. Das Gelände war relativ flach und so kam ich gut voran. Bald schon hatte ich die anderen eingeholt. 


 Es enstand da schon der erste Trailname. Das ist ein Name, den man während seiner Wanderung behält. Meistens entsteht er, wenn man was Dämliches gemacht hat, oder spezielle Eigenschaften hat. Annas Mann trug eine Kniestütze, welche bei jedem Schritt quietsche. Mit seinem Einverständnis trägt er ab jetzt den Namen Squeegi. Mein Name ist in der mache, es gab schon paar Vorschläge, aber keiner passte bisher so richtig. 16km sollten es an diesem Tag werden und wir machen spontan halt bei dem letzten Campingplatz und Geschäft vor der 100Miles Wilderness. Das sind 160km Wildnis, keine Einkausmöglichkeit und nix. Doch an diesem Abend beschäftigt uns das nicht. Jetzt wird unser Aufeinandertreffen gefeiert. Squeegi kauft eine Flasche Bourbon und es wird bis tief in die Nacht gescherzt und gelacht.  An dem Abend hagelte es nur so mit Trailnamen. Anna heisst jetzt Puufey. Ihr kurzes Haar wird immer so voluminös, eben puufey. Das Mädchen mit den langen blonden Haaren nennt sich jetzt Rapunzel. Sogar für mich wurde ein Namen gefunden. Irgendetwas durchgeknalltes natürlich. Mein Regenschirm erweiste mir bisher gute Dienste und ich schwärmte auch viel davon. Dazu liebe ich Poptarts. Eine Art Knäckebrot mit Zuckerglasur und Fruchtfüllung. 440kcal, zu Hause würde ich wie ein Hefekuchen aufgehen, aber auf dem Trail kann es gar nicht zuviel sein. Eine Mischung aus Mary Poppins und Poptarts, Poppers eventuell? Nachdem ich ihnen ein Video von Marie Poppins welche Metalmusik singt war es klar: MARY POPPINS!! So heisse ich ab jetzt. Trotz anfänglicher Skepsis, fing mir  der Name immer mehr zu gefallen. Er bringt die Leute zum lachen, das doch etwas schönes. Das ich an dem Tag noch hüfttief im Wasser stand um ein Fluss zu überqueren, lassen wir mal beiseite. Es trocknet ja alles wieder und mein Rucksack ist gut verpackt, da wird nix nass.

Mary Poppins, Rapunzel, Squeegi und Poufey

Tag 3

Echtes Frühstück mit Pfannkuchen und Toast gab es an dem Morgen, dazu eine heisse Dusche. Wundervoller Weg den Tag zu starten. 19 Kilometer sind geplant. Zu einem schönen Zeltplatz am Rainbowsee. Die 100 Meilen Wildnis beginnen. 


Morgens treffen wir auf Bugman, dieser arme Kerl hat etwas an sich, was Mücken und Blackflies anzieht. Bewaffnet mit Mückennetzläuft er den AT und auf Schritt und Tritt folgt ihm ein riesiger Insektenschwarm. Mückenschutz kann er nicht benutzen, da er darauf allergisch ist


Das Gelände ist sehr steil an diesem Tag und schon bald wird mein schlimmster Alptraum Realität. Mein Knie fühlt sich an, als ob man ein metallenes Messer bis zum Glühen erhitzt und dann seitlich reinrammt. Ist es das jetzt gewesen? Ich falle zurück, da ich das Gelenk kaum bewegen kann. Rapunzel lief mit mir zum geplanten Zeltplatz. Sie war froh mal langsamer voranzukommen. Das arme Ding trägt ein viel zu schweren Rucksack und hat dazu noch Asthma. War es das jetzt? Was mache ich nun? Solche Gedanken kreisen herum. Der Schmerz kam plötzlich und unerwartet, genau so schnell verschwand er wieder. Ich rüttelte ein wenig an der Kniescheibe rum und schien dadurch etwas repariert zu haben. Ich fühle mich wie ein junges Hündchen. Fast Schmerzfrei kehrt auch sofort meine Energie wieder zurück. Sehr zum übel von Rapunzel, denn das Tempo stieg schlagartig an. Kurz darauf treffen wir am Zeltplatz ein. Meine Tramily ( Familie auf dem Trail) war da und total gestaucht. Das war zuviel für sie. Man kann in Kentucky zwar gut wandern, aber Berge gibt es dort nicht, so waren sie schlecht auf das Rauf Runter von Heute vorbereitet. Erst 17:00 und ich sprühe vor Energie.  Ich wandere das erste mal alleine weiter, ganze 5km um genau zu sein, hier gibt es einen Unterstand an einem Bach welcher sich durch eine Schlucht schlängelt. Noch über eine glitschige Holzplanke getänzelt und schon bin ich da. Leider ist das Knie unterwegs wieder schlimmer geworden. Somit ist meine gute Laune auch wieder verschwunden. Den Shelter habe ich für mich alleine. Drei andere Wanderer haben ihr Zelt weiter hinten aufgestellt. Das Essen schmeckt nicht wirklich und so lege ich mich früh schlafen. Selbstzweifel nagen an mir.

Tag 4

Nach dem Frühstück und dem Zusammenpacken treffen auch schon meine Freunde ein. Auch sie sehen nicht gerade wie das blühende Leben aus und haben sich entschlossen heute nicht mehr weiter zu wandern. Die Energie fehlt einfach. Ich schliesse mich ihnen an. Hätte nie gedacht schon so früh einen Zero einzulegen. So bezeichnet man einen Tag, an dem nicht gewandert wird, nur ausruhen und Wunden lecken. Weitere Hiker treffen ein und bald schon startet eine fröhliche Runde. Ingesamt sind wir nun 12 Personen. Darunter Buc, ein ehemaliger Marine aus Texas. Er ist der Typ Mann, welchem man sofort vertraut. Oldtimer und Red Beard gehören zu der älteren Garde. Red Beard feiert bald seinen 80igsten Geburtstag und Oldtimer ist um die 65 Jahre alt. Unglaublich die beiden. An dem Tag gibt es das erste Päärchen. Beast, ein grosser kräftig gebauter Kerl spannt mit unserer Rapunzel zusammen. Cooler Tag mit jeder Menge Lacher. Tat uns allen gut.


Tag 5

Um 6:00 wandern Puufey und Squeegi schon los während ich erst noch frühstücke. Danach schliesse ich mich Buc an. Mein Knie scheint in Ordnung zu sein, aber bin trotzdem sehr skeptisch. Der Schmerz könnte ja plötzlich wieder da sein. Wir kommen gut voran und haben beide den gleichen Schritt. Es geht einen Bach entlang und später einen kleinen Berg hoch. Nach 12km treffen wir auf meine zwei weiteren Freunde. Sie rasten bei einem Shelter und auch wir könnten eine Pause vertragen um etwas zu Essen. 


Da es allen super geht, beschliessen wir weitere 8km zu gehen. Buc, Squeegi, Puufey und Mary Poppins. Der Hikerzug rollt. Zu viert wandern hat seine Vorteile. Wenn einer in der Gruppe nicht mehr so mag, wird er automatisch von den Anderen wieder aufgebaut und mitgezogen. Unterwegs erfahren wir von einem Hostel Namens White House Landing. Burgers, Pizza, warme Duschen. Beflügelt von diesen schönen Gedanken rennen wir fast dahin. An einem Bootsteg sollten wir dann dem Besitzer Bescheid geben. Zum glück hat einer von uns dort Handyempfang. Während wir auf das Boot warten, werden wir an diesem wunderschönen See fast von Mücken gefressen. 


Es erwartet uns ein älterer Herr mit weissem Bart und seine Frau. Das Haus liegt absolut im Nirgendwo. Hinter dem Haus nur Wald und davor ein riesiger See. Strom gibt es nicht, alles wird mit Gas betrieben. Wir gehen alle Duschen und waschen unsere Kleider am See. Danach erwartet uns ein leckeres Abendessen. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt. Die Betreiber führen das Hostel mit viel Herz, das merkt man sofort. Sie lieben es Gäste zu haben und hungrige Wanderer zu verköstigen. Mit gesättigten Mägen feuern wir den alten Holzofen an und sitzen noch lange auf den Sofas, welche drum herum positioniert sind. Wie immer werden Geschichten ausgetauscht. Mein Knie gab kein Mucks von sich. Schmerzfrei!!!!


Tag 6

Nach einer erholsamen Nacht gibt es noch ein grosses Frühstück und Tips bevor wir wieder in die Wildnis entlassen werden. Der Weg ist flach und wir kommen super voran. 24km machen wir an dem Tag. Wir merken, wie wir langsam ausdauernder werden und unsere Beine kräftiger. Der Weg führt uns durch traumhafte Wälder. Es sieht aus, als ob es schneien würde. Von den Bäumen fallen Samen verpackt in ganz seidiger Watte herunter.


 Mit jedem Schritt wirbeln wir davon welche wieder hoch. Der Shelter ist in Sicht, direkt daneben ein Fluss in welchem sich ein natürlicher Pool gebildet hat. Klamotten ausgezogen und rein in das ca 16 Grad kalte Nass. Meine Tramily bezeichen mich scherzhaft als „crazy foreign friend“ verrückter ausländischer Freund. Wie jeden Abend wird Essen gekocht, zusammen gequatscht und Trinkwasser gefiltert. Das geht ganz einfach. Man füllt in eine Flasche das Flusswasser und schraubt den Filter drauf. Danach drückt man die Flasche und lässt so das gefilterte Wasser in den zweiten Trinkbeutel fliessen. Durchfall vom Wasser will schliesslich niemand bekommen. Überrascht war ich, dass sich so viele Leute sich nach meinem Knie erkundigten. Mittlerweile sind wir ca 10 Leute welche zwar nicht zusammen wandern, sich aber spätestens im Shelter wieder sehen. Eigentlich wollte ich nie mit so vielen Wanderern zusammen sein, aber ich nehme alles zurück. Alle für Einen, Einer für alle, so das Motto hier. 


Um 20:00 ist meistens Ruhe, jeder kuschelt sich in seinen Schlafsack. Zwar habe ich dicht neben mir Personen, aber das macht mir überhaupt nichts aus, es sind Freunde.

Tag 7

6:00 morgens sind alle am aufwachen und Rucksäcke packen. Einige essen noch Frühstück, dazu gehöre auch ich. Ohne mein Müsli läuft nichts. Heute wird ein harter Tag, das ist jedem bewusst. Ein Hügel und ein halber Berg stehen auf dem Plan. Einmal 370m Höhenunterschied rauf und wieder runter, danach nochmals 400m rauf. Der Shelter befindet sich auf halber Höhe zum Gipfel. Ingesamt sind wir 19km gelaufen.  Lange her dass ich so geschwitzt habe. Zum Glück hatte ich immer genug Wasser mit mir. Auf dem Hügel wurden wir fast von Blackflies gefressen. Die sind hier überall. Sie werden auch Defenders of the Wildernes genannt. Verteidiger der Wildnis. Ohne Kopfnetz und Mückenspray geht hier nichts. Mittlerweile bin ich trotzdem so verstochen. Stiche überall! 
Pace ist hier wichtig beim gehen. Finde deine Geschwindigkeit. So kam ich relativ gut voran. Das schönste ist aber immer noch den Shelter zu sehen. Endlich relaxen. Die bequemen Schuhe anziehen und Essen zubereiten. Am shelter traffen wir wieder auf bekannte Gesichter und schon gehen die Geschichten wieder los und man lacht zusammen. Spät Abends traf auch ein Nobo Namens Alpine ein. Ein Strich in der Landschaft und noch ganz jung. Er startete im Februar in Georgia und hat jetzt schon fast den ganzen AT hinter sich. Er erzählt uns von einem Kerl, welcher die Tollwut bekam. Als er zeltete, kam ein Stachelschwein und drückte sich an sein Zelt. Es war saukalt und er hatte Mitleid. So liess er es in sein Vorzelt und da kratzte es ihn. Man sollte besser nicht mit wilden Tieren kuscheln.

Ein Kerl war in den White Mountains im Schnee eingebrochen und musste 1Tag da ausharren. Zum Glück konnte er warme Sachen aus dem Schlafsack greifen, so überstand er es ohne Folgen. 

Tag 8

Was für ein Morgen. Heute besteigen wir den White Cap Mountain und seine drei kleineren Geschwister. Viele Höhenmeter galt es zu bewältigen. Sehr schwerer Start. Direkt nach dem Shelter gings bergauf. Kein Einlaufen, nix. Der Weg war steinig und nicht selten waren 50cm hohe Steinstufen hochzusteigen. Eine Schlange sonnte sich in der Morgensonne und liess mich schöne Fotos von ihr machen. 

Foto folgt noch
Beim Aufstieg fragte ich mich mehrmals, wieso tue ich mir das an? Oben angekommen bekam ich die Antwort. Diese Aussicht ist unbezahlbar. Wildnis wohin das reicht. 


Grüne Wälder und dazwischen ein paar Seen. Jeder von uns ist überwältigt. Endlich ein Handysignal. Schnell ein Lebenszeichen von mir geben bevor es wieder weg ist.  Der Abstieg beginnt und ein Aufstieg und wieder und wieder. Das ist die ultimative Prüfung für meine Knie. Keine Schmerzen nix, ich bin so glücklich. 

Finde den Weg

Obwohl wir überall Elchhäufchen sehen, kriegen wir keines dieser grossen Tiere zu Gesicht.

Steiler Abstieg und wir erreichen wieder einen Shelter. Unterwegs stürzte Squeegi und verstauchte sich den Knöchel. Trotz Schmerzen schaffte er es zum Shelter und wird sofort von allen verarztet. Wir hoffen alle das Beste für ihn. Ich bin echt zwiegespalten. Eigentlich könnte ich noch weitergehen, fühle mich gut. Der Rest Bande mag aber nimmer. Diese Leute, welche vor einer Woche noch Fremde waren, sind mir ans Herz gewachsen. Also bleibe ich bei ihnen. Es wird rege übers Essen diskutiert. Mittlerweile sind wir alle hungrig. Pizza, Burger, Süsses, Bier hmmmmmmm da läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Wenn wir in die Stadt kommen, muss ich unbedingt mehr Süsses kaufen. Kalorien? Hauptsache viel. Bestimmt habe ich schon Gewicht verloren. Der Tag war sonnig und warm, so auch sinkte die Temperatur in der nicht nicht unter 20 Grad. Viel zu warm für mein Schlafsack. Schweissgebadet wache ich auf und entschliesse mich, auf der Bank vor dem Shelter zu schlafen. Da ist es ein bisschen kühler als wenn man dicht an dicht schläft.

Tag 9

5:00 wachen wir auf und gehen schon bald los. Es sieht nach Regen aus. Squeegis Fuss ist blau, aber er meint gehen zu können. Erst geht es leicht bergab. Ohne die Wurzeln welche überall sind, könnten wir sogar rennen. Unten am Fluss ziehen wir unsere Schuhe aus um den 20m breiten und max 50cm tiefen Fluss zu überqueren. Keine Ausrutscher.


 Leider ist unser schöner Pfad hier auch zuende. Gipfelaufstieg beginnt wieder. Das Schwitzen geht sofort wieder los. Lange laufen wir über Steine und müssten sogar einem Steinrutsch hochklettern. Wieso muss ich bloss solche bekloppten Ideen haben? Kann ich nicht einfach ein Film zu diesem Pfad vom Sofa aus schauen? 


Und wieder entschädigt die Aussicht alle Mühen. Traumhaft die Natur um uns herum. Wir scherzen noch, dass es bestimmt losregnet wenn wir den Shelter erreichen. Genau so ist es. Buc und ich kommen trocken an, die anderen haben weniger Glück. Tropfnass erreichen auch sie den Unterschlupf. Langsam treffen noch andere ein. Wir sitzen alle im Shelter und lauschen dem Regen und dem Donner. So geht es bis tief in die Nacht. Der Regen prasselt auf das Metalldach und so schlafen wir ein. 
Früh morgens wache ich wegen einen Geräusch auf. Eine Maus macht sich an meiner Jacke zu schaffen. Oh boy, nun hab ich ca 5 kleine Löcher in meiner schönen Jacke. Das Mausproblem wird wahrscheinlich noch viel schlimmer werden. Von nun an, müssen wir unsere Sachen besser wegpacken.

Tag 10

Da wir bald in der Stadt Monson sind, geben wir nochmals alles.  25.5km über drei Gipfel und kleinere Hügel dazu noch drei Fluss/Bachquerungen.  Längster Tag seit dem Start. Ich laufe die meiste Zeit alleine. Geniesse die Zeit für mich. Der Pfad ist teilweise extrem steil und hart. 

Ich komme an einem alten Turm vorbei und muss natürlich hochklettern. Die Aussicht ist atemberaubend. 


Wunderschöne Seen und man erkennt schon vereinzelt Häuser. Sogar der Handyempfang wird besser.
Buc hinterlässt uns beim nächsten Shelter eine Nachricht. Er wandert heute 46km um in die Stadt zu kommen. Irgendwas zieht ihn dahin. Wahnsinn!! Lieber ein Tag später ankommen, dafür nicht am ganzen Körper Schmerzen haben. Damit will ich nicht sagen, das wir Abends keine Wunden zum lecken haben. Mir schmerzen am meisten die Füsse. 

Auf dem Trail treffen wir auf Scrunchy. Ein Mädel welches von ihrem Vater begleitet wird. Sie hat eben ihr Studium abgeschlossen und ihr Vater läuft die ersten 200km mit ihr. Scheint als hätten wir Buc verloren dafür Scrunchy dazu gewonnen. Bei der ersten Flussquerung reicht das Wasser bis zu den Knien. Ich nutze die Gelegenheit und nehme gleich noch ein Bad. Danach strotze ich nur so vor Energie. Die restlichen 8km fliege ich fast über den Trail. Hikerhigh nennt man das. Die Anderen lasse ich weit hinter mir. Am Shelter habe ich schon mein Nachtlager eingerichtet und Feuer gemacht bevor der Rest eintrifft. Es ist schon 19:00 und jeder köchelt sich sein Essen und bald schon legen wir uns schlafen.


Tag 11

Monson ruft. In nur 16km Entfernung liegt die Zivilisation. Auf auf. Einfacher gesagt als getan. Es ist feucht und heiss. Dazu müssen viele viele Hügel rauf und wieder runter gekraxelt werden. Sehr mühsam und kraftraubend. Gleich zwei Bieberdämme stellen sich uns in den Weg.


Ansonsten ist es wunderschön hier.



Da Monson nicht direkt am Weg liegt, hoffen wir auf einen netten Autofahrer, welcher uns dahin mitnimmt. Nach 5Minuten hält eine nette Dame an und nimmt uns stinkende Hiker mit. In der Stadt gehen wir ins Hostel Shawns. Gleich zu beginn werden wir mit einer kalten Dose Cola begrüsst. Super Empfang! Duschen, Wäsche waschen und dann endlich Essen gehen. Jaaa


Noch nie schmeckte mir das Corona Bier so gut. Hammer Truppe, alle zusammen. . Ich gehe jetzt den Zivilisationsluxus geniessen, bevor es wieder in die Wälder geht.

Ready set go

Viel Zeit zum Schreiben blieb mir in letzter Zeit nicht. Dazu benötige ich meine ganze Motivation um den Umzug voranzutreiben. Was sich da schon wieder für Mist angesammelt hat. Weg, fort und raus damit, meistens war es befreiend. Bei einigen Sachen musste ich mich schon überwinden. Sachen welche man über Jahre besitzt, nie braucht und aus einem unergründlichen Grund doch denkt, dass man es irgendwann mal benötigt. Mein Hab und Gut wartet jetzt für 6 Monate in einem Lagerraum auf mich. Lange könnte ich noch über die Endreinigung jammern. Dabei hätte ich gar nicht so viel putzen müssen. Vieles an der Wohnung wird renoviert und so hätte ich sie nur Besenrein abgeben müssen. Nein, der Anstand in mir verlangte, dass es schon ein bisschen mehr sein soll. Bin nun offiziell obdachlos.

Drei mal checkte ich meinen Rucksack. Alles dabei? Ja! Oder doch nicht, besser erneut kontrollieren. Trotz allem, hab ich mir am Flughafen noch ein neues Taschenmesser gekauft, weil das andere irgenwo verschwand.  Hoffentlich war das das einzige.

Am Flughafen gab es noch ein tränenreiches Lebewohl von Mutti und deren Verlobten Andy.  Eigentlich bin ich ruhig, schon fast zu ruhig. Hin und wieder frage ich mich, ob ich mir dessen bewusst bin, was jetzt gestartet ist. Viele meiner Gedanken gehen überhaupt nicht weit in die Zukunft. Ist mit meinem Gepäck alles in Ordnung? Alles heile, der Zoll nichts zu rüffeln? 

In New york dann die Erleichterung. Das Gepäck is heile. Kaum aus dem Zollbereich raus, weht mir aber schon der übelriechende Atem des Schicksals entgegen. Flug gestrichen nach Portland. Bitte was? Kann doch nicht sein, halte das Ticket ja in meinen Händen. Ab zum Kundensupport. Die lange Menschenschlange davor, verhiess schon nix Gutes. 

Satte 2 Stunden stand ich an. Da läuft aber etwas gar nicht rund. Dienst am Kunde, Fehlanzeige. Ich kriegte nach der Methode Friss oder Stirb ein Angebot. Morgen früh um 10:10 geht ein Flug nach Portland. Zähneknirschend nehm ich an. Immerhin wurde für meine Unterkunft gesorgt. Hotel werde nicht bezahlt, aber um die Ecke im oberen Stockwerk sei es ziemlich ruhig und auch andere schliefen dort. Danke viel mals, das werde ich alle Herrn Trump petzen, wenn ich ihm mal begegne. Immerhin der Boden ist sauber. Grml, Gute Nacht.

Geschlafen wurde fast nix. Immerhin konnte ich irgendwann meinen Rucksack aufgeben und kann mich nun ein bisschen freier bewegen. Zum Schutz hatte ich ihn nämlich mit 110l Kehrichtsäcken eingepackt. Somit konnte ich den Rucksack nicht anlegen, sondern nur auf der Schulter umherschleppen.

Der Flug wurde nochmals um ne halbe Stunde verschoben. Im Flieger drin gings dann aber weiter mit dem Chaos. Als die Flugbegleiterin bekannt gab, wie das Wetter und die Flugzeit in Boston sei, gab es jede Menge verstörte Gesichter. Daraufhin korrigierte sie sich. Der Flieger gehe selbstverständlich nach Portland. Ein einzelner Herr behielt aber seinen erschrockenen Ausdruck. Er müsse nach Baltimore. Irgendwie hat er es geschafft, in den falschen Flieger zu steigen. Zurück zum Gate um den Mann wieder auszuladen, schliesslich standen wir schon fast auf der Startbahn. Ja ja, als Reisender in den USA erlebt man so manches. Den Rest habe ich dann verschlafen. Endlich ein wenig entspannen. 

In portland musste ich nur noch meinen Mietwagen abholen. Geländewagen, Jeep. Leider eher das Omamodel, damit sie mit ihrem Hundchen einkaufen gehen kann. Egal, nach den letzten Erlebnissen hätte ich sogar ne Kutsche mit nem Maultier genommen. Hauptsache weiter nach Bangor. Schön war die Fahrt, schnurgerade und schöne Natur links und rechts. Zeit um letzte Besorgungen zu machen hatte ich auch noch. Hmm, eine Schrotflinte liegt da direkt neben dem Brotregal zusammen mit anderen Waffen. Man muss Amerika einfach mögen.


Im Bus nach Medway waren viele Amishe. Sehr nette Menschen. Vor allem die Jungen. Trotz ihrer Lebensweise sind sie mir gegenüber sehr offen und freundlich. Ich hatte es sogar gewagt, über Gott zu reden. Als Agnostiker, glaube ich an eine höhere Energie, und somit hatten wir einen gemeinsamen Nenner. Fast alle, eine ältere Dame betrachtete mich ein wenig abwertend. Wahrscheinlich hatte sie Angst, ich verderbe ihre Jungen. Aus Respekt habe ich mich dann bedankt und mich mit meinen Dingen beschäftigt. Wollte sie nicht verärgern. 

Etwas später kamen wir aber doch nochmals ins Gespräch, da die Amishe ganz ursprünglich aus der Schweiz stammen, danach nach Deutschland sind und Schlussendlich in die USA abgezogen sind. Sie waren ganz erstaunt, dass ich ihre Sprache verstand. Eine Mischung aus mehrheitlich pfälzisch und bisschen Englisch. Am Schluss wollte er mir gar noch eine Bibel mitgeben. Hatte aber das Gewicht als Ausrede parat. Fast wäre ich bei meiner Busstation nicht ausgestiegen. Verwundert hätte mich da nix mehr, nach der Anreise. 

Jetzt sitze ich geduscht und müde in der Lodge. Endlich!!! Morgen früh gehts dann zum Berg Kathadin. Wow, nun hole ich mir meine wohlverdiente Mütze voller Schlaf.

Mal schauen wann ich den nächsten Blog veröffentlichen kann. Der Empfang ist ziemlich bescheiden. Bis die Tage

Letzte Vorbereitungen 

Seit dem letzten Blog von mir habe ich viel erledigt und immer noch mehr recherchiert. Auf der AT Facebookgruppe lernte ich schon einige tolle Leute kennen. So traf ich auch auf Anne. Ein super Mädel aus einem winzigen Dörfchen in Kentucky. Mit ihr und zwei weiteren werde ich vom Flughafen mit einem Shuttlebus zum Kathadin Campground gebracht. Unser Startpunkt für alle Wanderer, welche den AT von Norden nach Süden bewältigen wollen. So spare wir schon mal Geld. Auf dem Weg werden wir noch einen Zwischenstop in Millinocket bei dem ersten richtigen Trailhostel einlegen. Dort decken wir uns mit dem neusten Klatsch und Tratsch und letzten Vorräten ein, danach gehts weiter zum Camping. Die erste Nacht im Zelt steht bevor und auch bestimmt viele Geschichten von Leuten die das gleiche Ziel wie wir haben: sich Durchwandere nennen zu dürfen. Am 1 Juni werden wir die ersten Kilometer auf dem Appalachian Trail bewältigen. Der Gipfel vom Mount Kathadin erwartet uns und stellt die erste von vielen Prüfungen dar. Von 300müM auf 1600müM und das bei vielleicht noch vereisten Pfaden rauf und wieder runter. Klar könnte man ihn auslassen und direkt gen Süden dem Pfad folgen. Der Gipfel ist aber der offizielle Startpunkt und mein Stolz und meine Wandererehre würde es nicht zulassen dieses Erlebnis auszulassen.


Danach folgt die gefürchtete 100 mile wildernes. 160 km durch die Wildnis fast komplett ohne Handyempfang und nur einem Punkt um begrenzt seine Vorräte aufzufrischen. Begrenzt, weil es sehr teuer sei und das Sortiment winzig ist. Den Satz „no pain, no maine“ oder „no maine, no rain“ fällt oft. Ohne Schmerz oder ohne Regen durchquert man den Staat Maine nicht. Es wird hart, dazu kommt noch der hartnäckige Winter. Erst seit kurzem verschwindet er langsam und lässt die Bäche und Flüsse anschwellen. Es ist also unvermeidbar gefährliche Flussquerungen in Kauf zu nehmen. Brücken gibt es leider nicht überall. 


Das liebe Essen beschäftigt mich auch seit über einer Woche. Finnland war nicht so anstrengend, somit werde ich jetzt bestimmt auch mehr mitnehmen müssen.  Ein Mann verbrennt an die 700 Kalorien pro Stunde wandern (mit grossem Rucksack). Ich bräuchte also zwischen 5000 und 7000 Kalorien täglich! Beef Jerky(Trockenfleisch) wäre das beste an Kalorien und Proteinen. Ja toll, und ich als Vegetarier? Da muss ich wohl anders mein Gewicht halten müssen. Erdnussbutter bietet sich an. Ein Typ schmierte auf alles diese Pampe. Na ja, besser als Fleisch. Ansonsten viel viel Snacks futtern. Zum Frühstück habe ich jetzt drei verschiedene Müesliarten. Alle reich an Proteinen und Kalorien. Da ich aber Angst vor dem amerikanischen Zoll habe, werde ich Snacks und Abendessen in Amerika besorgen. Pasta, Reis, Quinoagerichte. Solche Sachen bei denen man nur noch heisses Wasser beigeben muss. Dürfte ja im Fastfoodparadies kein Problem sein. 

Mein leckeres Essen, damals in Finnland

Insgesamt für zehn Tage werde ich Proviant mitnehmen. Das sind ca 700g pro Tag, somit komme ich auf ca 7kg plus noch 2 Liter Wasser welches zum Glück in Maine reichlich vorhanden ist. 
So schwer wird mein Rucksack nachher aber nie mehr sein. Ich könnte alle 4 Tage per Autostop in ein Dorf fahren um die Vorräte aufzufrischen. 

Gestern hatten wir bei uns in der Firma noch einen Erste Hilfe Kurs. Praktisch, so konnte ich mir gute Tips holen und mein Wissen auffrischen. Trotzdem hoffe ich, das ich das Erlernte nie anwenden muss. Ich mag gar nicht daran denken, wie lange es wohl dauern würde, bis ein Rettungsteam bei uns wäre mitten in der Wildnis. Es gibt, zu meinem Erleichtern, ganz selten ersthafte Zwischenfälle auf dem Trail. 

Eine grosse Aufgabe steht mir aber noch bevor und zwar mein Umzug. Überall stehen schon volle Kisten bei mir rum. Durch meine Wandersachen und Kisten, sieht meine Wohnung wie ein Outdoorgeschäft während der Lagerräumung aus. Noch eine Woche arbeiten, danach habe ich zwei Wochen Vorurlaub um den Umzug voranzutreiben. Wenn doch nur die Endreinigung nicht wäre. Also wenn jemand gerne putzt, bitte bei mir melden.

Falls euch jetzt eine Veränderung des Blogs aufgefallen ist dann habt ihr Recht. Schreibe jetzt gerade alles auf dem Handy. Noch eine Woche ohne Nachrichten wollte ich euch nicht zumuten.

Countdown t-24

Feldtest

Feldtest

Erstmal Frohe Ostern auch allen

Zwei Kollegen von meiner Arbeit nahmen mich freundlicherweise mit auf einen Ausflug. Nichts Weltbewegendes oder sehr Anstrengendes, aber es reichte um alles mal auszuprobieren.  Von Noiraigue ging es zum Creux de Vans hoch. Knapp 2h Fußmarsch den Berg hoch. Im Gepäck hatte ich alles dabei was ich auch auf dem Appalachian Tail mitnehmen werde. Um es noch ein bisschen realistischer zu machen, musste ich noch das Gewicht des Proviants noch simulieren. Drei Bierflaschen und sonst noch Klamotten. Das ergab ca 5kg zusätzliches Gewicht, genug um ca 10 Tage autark zu sein, wenn es sich um Proviant gehandelt hätte. Mein Traumgewicht vom Rucksack wäre 15kg und jetzt hatte ich 14,6kg Komplett (2 Liter Wasser und 5kg Proviant) So lässt es sich locker wandern.

Ich war ja schon neugierig auf den neuen Rucksack. Ist er der „Eine“? Eines kann ich sagen, der Exped Thunder 70l ist echt ein super Rucksack. Er lässt sich gut justieren und verteilt das Gewicht schön. Am Abend hatte ich keine geröteten oder gar blauen Flecken. Super sind auch die zwei kleinen Täschchen am Hüftgurt, ideal um Handy, Taschenmesser, Bonbons und Sonstiges schnell griffbereit aufzubewahren. Nur 1,5kg wiegt er, bietet aber trotzdem ein stabiles Tragesystem, genug Griffe und Schlaufen. Die Kirsche auf der Sahne jedoch ist, dass er ein Frontlader ist. Man muss nicht alles durch die kleine Öffnung oben rein und rausnehmen. Legt man ihn hin, kann man die ganz e Länge öffnen, wie bei einer Sporttasche. Habe ich sehr gerne und nie in diesem Gewichtssegment damit gerechnet.

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Auf Wanderungen habe ich mir meistens aus Spass einen Ast als Wanderstock genommen. Jetzt habe ich mir aber mal richtige Wanderstöcke zugelegt und muss eingestehen, dass es schon hilft. Laut einer Studie aus dem Jahre 1999 können sie die Knie um bis zu 25% entlasten. Na das ist doch mal ein Wert, immer her damit, auch wenn ich dann wie eine Stockente aussehe.

Oben angekommen genossen wir erst einmal den Ausblick. Nicht umsonst nennt man den Creux du van auch den Grand Canion der Schweiz. 20170416_123840197_iOS20170414_132350800_iOS20170414_134840572_iOS20170415_081538243_iOS

Gegen Abend hin, verschwinden dann die meisten Menschen und nur noch wir drei und ca 5 andere bleiben oben und rüsten sich für die Nacht. Perfekt um auch mein Zelt das erste mal zu testen. Der Aufbau geht wirklich simpel und eine Anleitung bräuchte es nicht einmal. Das Zelt bietet gerade Platz genug für mich und mein Gepäck. Selbstredend würde ich das Gepäck rausschmeissen um einer Dame in Not Obdach zu bieten.20170415_050643672_iOS20170415_051913249_iOS

Bei Temperaturen um die Null Grad war es sehr angenehm zu schlafen. Die Matte isolierte gut und der Schlafsack samt Inliner (eine Art kleiner Schlafsack im Schlafsack um die Wärmeisolation) hielten mich mollig warm. In diesem Bereich ist es Anfangs wahrscheinlich auch auf dem AT und falls es doch noch kälter werden sollte, habe ich immer noch die Möglichkeit, die lange Merinowollunterwäsche anzuziehen.

Absolut begeistert war ich aber von meinem Solar Panel, dem Sunny Bag Leaf+. In 15 Minuten lud es mein Iphone 7 Plus von 62% auf 75% zur Mittagszeit und selbst bei den letzten Sonnenstrahlen am Abend hat es noch geladen. Das Teil kommt jetzt auf jede meiner Wanderungen mit.

Nach unserer Wanderung haben wir aber doch noch einen Abstecher beim Outdoorhändler unseres Vertrauens gemacht. Kleine Karabiner(um Sachen zu befestigen), ein Ersatztrinkschlauch und neue Trekkingsocken brauchte ich noch. Was das Equipment angeht, kann ich nun beruhigt ein dickes Häkchen dahinter setzen.

Meine Wohnung werde ich kündigen solange ich in Amerika bin. So spare ich viel Geld. Ich wollte mir eh einen neue Bleibe suchen, da mir die jetzige einfach zu viel Strassenlärm hat. Zeit alles auszurümpeln und das was ich behalten möchte, darf ich bei Mutti in der Garage unterstellen. Wenn ich zurück komme, kümmere ich mich dann um einen neue Wohnung. Als Singlemann ohne Kinder und Haustiere, mit fester Anstellung seit bald 10 Jahren habe ich bestimmt gute Chancen bei der Wohnungsuche. Da mache ich mir keinen Kopf. Bis ich da einziehen kann habe ich zum Glück auch schon mehrere Möglichkeiten offen.

Langsam rückt der Termin näher, nur noch 44 Tage. Ein komischen Gefühl. Mach ich das jetzt echt? Seit über einem Jahr plane ich das nun schon. So richtig bewusst wird es mir wahrscheinlich erst, wenn ich im Flieger sitzen werde. Ich sehe es als riesiges Privileg an, dass ich so etwas in Angriff nehmen darf. Dafür werde ich noch ewig dankbar sein. Wenn ihr mich jetzt sehen könntet, dann würdet ihr einen jungen Mann sehen, der mit wässrigen Augen auf den Bildschirm seines Computers starrt und dabei leicht lächelt.

Danke an alle welche mich auf meinen bisherigen Weg begleitet haben und mich bei meinen Spinnereien unterstützen. 

 

Da es immer wieder viele Fragen gibt, wie man mir folgen kann, hier nun eine Schritt für Schritt Anleitung.

Zuerst seht ihr diese Seite oder eine ähnliche Seite. Unten rechts ist eine Schaltfläche Mit „Follow“ oder „Folgen“ Da drauf klicken.

Unbenannt

Jetzt müsste sich ein kleines Fensterchen öffnen

2017-04-16 (4)

Gebt hier nun eure E-mail adresse ein und drückt auf „sign me up“

Nun müsste sich in eurem Posteingang eurer E-Mail ein neues Mail befinden. Öffnet es und klickt auf Confirm follow. Fast geschafft 2017-04-16 (5)

Nun müsst ihr nur noch auf „Save Changes“ klicken und ab sofort dürftet ihr immer eine Email bekommen, wenn ich etwas schreibe. Unbenannt

Das ist der einfachste Weg und ich muss zugeben, er könnte wirklich einfacher sein. Aber das liegt leider nicht in meiner Hand.

Bei Fragen stehe ich natürlich immer gerne zur Seite.